Allgemeine Einführung zu ICQ Marc Ruef ICQ (Ausgesprochen "I seek you") konnte sich aufgrund seines hohen Komforts und stetig wachsenden Funktionsumfang als das meistgenutzte Chat-System, neben iRC, des Internets durchsetzen; und es wurde deshalb auf die verschiedensten Betriebsystem-Plattformen portiert: Es finden sich neben dem oft gesehenen Windows-Client auch Clients für Windows NT, Windows CE, Linux, MacOS, BeOS, FreeBSD und sogar Solaris. Für Windows empfiehlt sich eindeutig das Nutzen des neuesten offiziellen Clients von Mirabilis - zur Zeit ICQ 2000a Beta -, da jener den besten Komfort bietet und mit allen anderen Clients kompatibel ist. Für Unix-Derivate wurde von Mirabilis offiziell ein Java-Client herausgegeben, der jedoch niemals an die Bedienerfreundlichkeit anderer erhältlicher Clients herankommt. Für Linux gibt es neben den grafischen Clients für die Oberfläche X auch diverse Programme für die Kommandozeile. Mein absoluter Favourit ist zICQ, der zwar einige Einbussen in Punkto Funktionsumfang machen muss, dafür stabil und schnell läuft. Es ist mir dadurch sogar möglich ICQ portabel auf meinem Handy (NOKIA 9110) zu nutzen: Ich wähle mich bequem unterwegs per Telnet auf meinem Linux-Server ein, um danach den Konsolen-Client in Anspruch zu nehmen. Jeder Nutzer des ICQ-Dienstes erhält bei seinem Eintritt in die Community eine eindeutige Nummer, die UIN (Universal Identifier Number) genannt wird. Diese Nummer ist mit der eigenen IP-Adresse oder Telefon-Nummer vergleichbar, da sich dadurch andere User finden und identifizieren lassen. Die Nummern werden additionell 1 vergeben. Das heisst, dass wenn ich bei meiner Registrierung die Nummer 10742206 erhalten habe, der kommende automatisch die nächst höhere bekommen wird; also die UIN 10742207. Mitlerweile existieren bald 70000000 Nummern, und wer sich noch mit einer 7- oder gar 6- stelligen UIN brüsten darf, kann sich ohne weiteres zu den alten Hasen zählen. Die 5-stelligen UINs werden nur ICQ-Mitarbeitern vergeben, und werden daher auch von Mirabilis selber verwaltet. Möchte man jemanden finden, lassen sich mit der Eingabe des vollständigen Namens, E-Mail-Adresse oder UIN in das "elektronische Telefonbuch" von ICQ den Nutzer einfach aufspüren. Es gibt auch die offiziellen weissen Seiten, bei denen sich Benutzer des Dienstes in Listen eintragen lassen, die sich einem speziellen Thema widmen. Auf der sogenannten Kontakt-Liste sind alle User eingetragen, mit denen man regelmässig in Kontakt steht. Auf jener Liste wird stets aktuell ersichtlich, wer gerade online ist oder den PC für einen kurzen Augenblick verlassen hat. Nun ist es möglich mit wenigen Maus-Klicks oder Tasten-Kombinationen einem ICQ-Nutzer in der eigenen Contact-List eine Message zukommen zu lassen. Auch sind längere Chat-Sessions möglich, bei denen ganz im Stile von iRC auch mehrere Anwender beiwohnen können. Im Laufe der Zeit hat sich ICQ zu einer wahren Kommunikations-Schaltzentrale entwickelt, da nun bei den neueren (Windows-)Clients auch das Verschicken multimedialer Nachrichten möglich wird, oder mittels Plug-Ins Voice-over-IP genutzt werden kann. Es ist möglich den eigenen Status zu verändern, wobei auf der Kontaktliste des Gegenübers automatisch der neue Status angezeigt wird. Die gängigen Zustände reichen von "online" über "away" bis hin zu "do not disturb". Möchte man nicht öffentlich zugeben, dass man mittels Internet-Zugang zur Zeit im ICQ erreichbar ist, ändert man den eigenen Status in "invisible", wobei nur noch Auserwählte einem als "online" in der Kontakt-Liste registrieren können. Kurz vor dem Erscheinen der Test-Version von ICQ 2000 machte ein neues Add-On zu ICQ die Runde: Die sogenannte ActiveList. Dadurch wird die Usenet-ähnliche Zusammenhaltung einer Diskussion möglich. Der Moderator muss als erstes die Server-Software auf dem heimischen PC installieren und die neu erstellte Liste im Internet anmelden. Ab da an können Interessierte dieser Community beitreten, um einem zuvor spezifizierten Thema in Form einer Diskussion beizuwohnen. Diese Form der Unterhaltung konnte sich (leider) nicht wirklich durchsetzen, da zu wenige ActiveList-Moderatoren Standleitungen besitzen, und das Nutzen dieses Zusatzdienstes somit nur temporär möglich ist. ICQ heimste sich in den letzten Monaten einiges an Unstimmigkeit der Nutzer ein, da oft mögliche Hack-Versuche auf Sicherheitslücken von ICQ abgeschoben werden. ICQ alleine ist jedoch selten für Angriffe als Ausgangslage nutzbar, obwohl Remote-Bufferoverflows und DoS- Attacken bekannt sind. Die grösste Gefahr besteht bei einigen Clients, dass einem potentiellen Angreifer zu viele Informationen über das vermeindliche Zielsystem mitgeteilt wird: Neben der aktuellen IP-Adresse werden oft auch private Informationen wie die Anschrift oder Telefonnummer in den Details bekanntgegeben. Auch finden sich zahlreiche War-Tools im Internet, mit denen sich Benutzer mit hunderten von Nachrichten überfluten lassen. Die Ports, die ICQ-Clients standartmässig öffnen ermöglichen nur in den seltensten Konfigurationen direkte Angriffe - Viel mehr finden UIN- Übernahmen bei durch die NETBIOS-Freigabe falsch konfigurierte Systeme statt.